Armagnac trinken: das richtige Glas, Verkostung, Servieren und Aufbewahren

Wie trinkt man Armagnac? Ganz unkompliziert, ohne Zeremoniell, aber mit ein paar Handgriffen, die den Unterschied machen: das richtige Armagnac-Glas, die richtige Temperatur, ein wenig Geduld. Dieser praktische Ratgeber erklärt Ihnen, wie Sie Armagnac servieren und verkosten, um ihn in vollen Zügen zu genießen, was dazu passt und wie Sie eine Flasche aufbewahren, ob geöffnet oder nicht. Diese Tipps zum Armagnac trinken gelten für alle Armagnacs, vom Bas-Armagnac bis zum Haut-Armagnac, und für die meisten großen braunen Spirituosen.
Das richtige Armagnac-Glas für die Verkostung
Das ideale Glas ist ein Tulpenglas: mit Stiel, einem Kelch, der weit genug ist, damit der Brand atmen kann, und einer verengten Öffnung, die die Aromen zur Nase hin bündelt. Ein kleines Weißweinglas erfüllt seinen Zweck ebenfalls sehr gut. Die Wahl des Glases ist wichtiger, als man denkt: Seine Form entscheidet darüber, was Sie riechen.
Der große Schwenker, den man in der Handfläche wärmt, ist weniger zu empfehlen: Er zerstreut das Bouquet und rückt vor allem den Alkohol in den Vordergrund. Für einen VS auf Eis oder im Cocktail eignet sich ein klassischer Tumbler. Als Geschenk vereint die Geschenkbox Delord 20 Jahre mit zwei Gläsern die Flasche und die passenden Verkostungsgläser.
Bei welcher Temperatur serviert man Armagnac?
Ein gereifter Armagnac wird bei Zimmertemperatur serviert, also bei etwa 18 bis 20 °C, weder erwärmt noch eisgekühlt. Ist er zu kalt, verschließt er sich und gibt nichts preis; ist er zu warm, dominiert der Alkohol. Das Glas muss nicht erwärmt werden: Die Wärme der Hand genügt, um den Brand im Laufe der Verkostung zu wecken.
Zwei Ausnahmen: Blanche Armagnac, der nicht im Fass gereift ist, wird gut gekühlt serviert, und ein junger Armagnac kann zum Aperitif auf Eis getrunken werden.
Was die Menge betrifft, genügen 2 bis 3 cl: Armagnac genießt man in kleinen Schlucken.
Wie verkostet man einen Armagnac: Auge, Nase, Gaumen
Die Verkostung eines Armagnacs verläuft wie beim Wein in drei Schritten. Nehmen Sie sich Zeit: Es ist eher ein Erlebnis für die Sinne als eine Technik.
- Das Auge: Neigen Sie das Glas vor einem weißen Hintergrund. Die Farbe reicht vom blassen Gold eines jungen Armagnacs bis zum Mahagoni eines sehr alten Armagnacs. Schwenken Sie sanft: Die „Tränen“, die an der Glaswand herablaufen, geben Aufschluss über die Fülle des Brandes.
- Die Nase: Führen Sie das Glas zur Nase, ohne es zu schwenken. Der erste Eindruck ist oft vom Alkohol geprägt; lassen Sie den Armagnac einige Minuten atmen. Der zweite Eindruck enthüllt die Aromen: Trockenfrüchte, Backpflaume, Vanille, kandierte Zitrusfrüchte, Blüten, Gewürze und der Rancio alter Brände, dieser Duft nach Walnuss und Waldboden.
- Der Gaumen: Nehmen Sie einen ganz kleinen Schluck, behalten Sie ihn einige Sekunden im Mund, damit er den Gaumen auskleidet, und schlucken Sie dann. Achten Sie auf den Antrunk, die Rundheit und schließlich die Länge: Bei einem großen Armagnac kann der Abgang mehrere Minuten anhalten.
Eine Methode aus der Gascogne, die in den Kellern weitergegeben wird: Geben Sie einen Tropfen Armagnac auf den Handrücken, verreiben Sie ihn, lassen Sie den Alkohol verdunsten und riechen Sie dann daran. Übrig bleibt allein der Duft des Brandes. Und am nächsten Tag riecht das leere Glas noch immer nach Armagnac: das Zeichen für einen schönen Brand.
Sollte man Wasser oder Eis hinzufügen?
Bei einem auf 40 oder 42 % vol. herabgesetzten Armagnac ist das nicht nötig. Bei einem Armagnac in Fassstärke (brut de fût), der mit seinem natürlichen Alkoholgehalt abgefüllt wird, können einige Tropfen zimmerwarmes Wasser das Bouquet öffnen und den Alkohol mildern. Eis hingegen passt zu jungen Armagnacs, VS und Blanche; einen alten Armagnac kühlt und verdünnt es und lässt ihn seine Komplexität verlieren.
Wann Armagnac trinken?
Armagnac ist traditionell ein Digestif, der zum Abschluss des Essens serviert wird, zum oder nach dem Kaffee. Doch er hat auch andere Momente:
- zum Aperitif ein VS oder ein Blanche auf Eis oder als Armagnac Tonic;
- im Cocktail, siehe unsere Cocktails mit Armagnac;
- bei Tisch, zu bestimmten Gerichten und Desserts;
- zu einem besonderen Anlass oder Festessen ein Jahrgang aus dem Jahr einer Geburt oder Hochzeit, zum Teilen.
Was passt zu Armagnac?
Armagnac ist ein vielseitigerer Tischbegleiter, als man glaubt:
- Kaffee: Direkt danach serviert, verlängert er die Röstnoten alter Armagnacs;
- Trockenfrüchte: Walnüsse, Mandeln, getrocknete Feigen oder Aprikosen greifen die Aromen des Brandes auf;
- Zartbitterschokolade: ein großer Klassiker, vor allem mit einem Armagnac XO oder Hors d'Âge mit Noten von Kakao und Trockenfrüchten;
- Foie gras: ein junger, fruchtiger Armagnac oder ein gut gekühlter Blanche;
- Käse: ein Blauschimmelkäse oder ein gereifter Tomme, zusammen mit einem charaktervollen Armagnac;
- Desserts: die Croustade mit Äpfeln, eine Obsttarte, Desserts mit Backpflaumen, eine Vanilleeiscreme mit einem Schuss Armagnac;
- Zigarre: Ein alter, kraftvoller und holziger Armagnac hält den Tabakaromen stand.
Und natürlich die Backpflaumen in Armagnac, die süße Verführung zum Abschluss des Essens im Südwesten Frankreichs.
Wie bewahrt man eine Flasche Armagnac auf?
Anders als Wein wird eine Flasche Armagnac stehend gelagert: Liegend würde der Alkohol mit der Zeit den Korken beschädigen. Bewahren Sie sie lichtgeschützt, bei gleichbleibender Temperatur und fern von Wärmequellen auf und prüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob der Korken gut schließt. Ein Keller, ein Schrank oder eine geschlossene Hausbar eignen sich bestens.
Ein oft wenig bekannter Punkt: Armagnac reift in der Flasche nicht weiter. Sein Alter entspricht der Zeit, die er nach der Destillation in der Armagnac-Brennblase im Eichenfass verbracht hat. Ein Armagnac, der vor zehn Jahren abgefüllt wurde, wird in Ihrem Keller nicht besser, aber er verdirbt auch nicht. Ausführliches zu den Altersangaben finden Sie in unserem Ratgeber VS, VSOP, XO: was das Etikett verrät.
Hält sich eine geöffnete Flasche?
Ja, mehrere Monate und sogar mehrere Jahre, wenn sie gut wieder verschlossen wird. Im Kontakt mit Luft verläuft die Oxidation sehr langsam: Der Armagnac kann etwas von seinen feinsten Aromen verlieren, vor allem wenn nur noch ein Rest in der Flasche ist. Füllen Sie ihn in diesem Fall in eine kleinere, gut verschlossene Flasche um, damit möglichst wenig Luft bleibt. Eine Karaffe macht sich gut auf dem Tisch, schließt aber weniger dicht als eine Flasche: Nutzen Sie sie nur zum Servieren.
Kann Armagnac verderben?
Nein. Dank seines hohen Alkoholgehalts verdirbt Armagnac nicht und hat kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Eine verschlossene Flasche, stehend und lichtgeschützt gelagert, behält ihre Qualität über Jahrzehnte. Deshalb kann man heute Jahrgangs-Armagnacs verkosten, die vor mehr als fünfzig Jahren destilliert wurden.
Häufige Fragen
Wie sollte man Armagnac trinken?
Pur, zimmerwarm, aus einem Tulpenglas, in kleinen Schlucken, nachdem man ihn einige Minuten atmen ließ. VS und Blanche trinkt man auch auf Eis oder im Cocktail.
Welches Glas für Armagnac?
Ein Tulpenglas oder ersatzweise ein kleines Weißweinglas: Seine Form bündelt den Duft. Meiden Sie den großen Schwenker, der den Alkohol in den Vordergrund rückt.
Trinkt man Armagnac warm oder kalt?
Weder noch: Ein gereifter Armagnac wird bei Zimmertemperatur getrunken. Nur Blanche Armagnac und VS auf Eis trinkt man gekühlt.
Wie lange hält sich eine geöffnete Flasche Armagnac?
Mehrere Monate bis mehrere Jahre, wenn die Flasche gut wieder verschlossen und stehend, lichtgeschützt gelagert wird. Ist nur noch ein Rest übrig, füllen Sie ihn in eine kleinere Flasche um.
Reift Armagnac in der Flasche weiter?
Nein. Er reift ausschließlich im Eichenfass. Einmal abgefüllt, bleibt er stabil: Er wird nicht besser, aber auch nicht schlechter.
Bei der Wahl Ihrer nächsten Flasche hilft Ihnen unser Ratgeber Der beste Armagnac: So treffen Sie die richtige Wahl.
Übermäßiger Alkoholkonsum gefährdet Ihre Gesundheit. Bitte genießen Sie verantwortungsvoll.













